SOKRATES

besucht die FAU

Pavillon


Lehrstuhl für Philosophie und
Lehrstuhl für alte Geschichte


Sokrates besucht ein Seminar über einen berühmten Kollegen: Pythagoras.
Ausnahmsweise ist er deshalb nicht Montag 9.00 Uhr sondern am Dienstag Nachmittag unterwegs.


"Pythagoras und der Pythagoreismus"
ist ein fächerübergreifendes Seminar im Wintersemester 1998/99
der Professoren Theodor Ebert vom Lehrstuhl für Philosophie
und Peter Hoegemann vom Lehrstuhl für alte Geschichte.


Dem Lehrstoff wie den Fächern angemessen, hat sich Sokrates feingemacht
und ist diesmal in der Gestalt des "älteren", ursprünglicheren Portrait-Typus erschienen.


Obwohl nur vage in Kenntnis gesetzt, nehmen beide Professoren den Faden auf
und bauen Sokrates als Verweis in den Unterricht ein:
als Zeichen der Trennung von der mehr historischen zur mehr philosophischen Hälfte des Seminars.


"Pythagoras und der Schamanismus", so heisst das Thema des Referates;
Sokrates wird wohl dem Gebaren des bedeutenden Kollegen skeptisch gegenübergestanden haben.

Übrigens zur Sache (aus der Sicht eines Archäologen):
Natürlich erinnern einige Verhaltensweisen, die zumeist in Anekdoten uber Pythagoras (aber nicht nur über ihn) berichtet werden, an Geschichten über Schamanen (aber nicht nur an sie): das Zurückziehen in Höhlen zum Zwecke der Läuterung, nahezu übermenschliches Fasten, das eine oder andere "Wunder" und Vieles mehr. Es darf aber bezweifelt werden, dass er die vielschichtigen Erscheinungsformen und Wirkweisen griechischer "chtonischer" Kulte den Praktiken der Schamanen bei den Tungusen verglichen hätte. Trotz zahlreicher antiker magischer Rituale und sogar (natürlich verbotener) Zauberei werden ihm wohl die Beschwörungen der Schamanen unverständlich erschienen sein, die über den unmittelbaren Kontakt in Trance letztendlich ein Handeln zu erzwingen suchen. Steht dort eine komplexe Welt von Geistern und Dämonen im Vordergrund, die die griechische Antike so nicht kennt.



Aus der Sicht der Photographen:

Neben den beiden Professoren waren 16 (!) Studenten beim Seminar zugegen.
Erstaunlicherweise hat sich auch hier (wie anscheinend an den Philosophischen Fakultäten üblich) kaum jemand mit Sokrates beschäftigt, sondern offenbar gegduldig gewartet, bis das Lehrpersonal das "Mysterium" gefälligst erkläre. Den im Gespräch vorschobenen Satz, in der eigenen Fakultät sei derlei einfach vertrauter, lassen wir nicht gelten: erstens kannte kaum jemand dieses Portrait, zweitens sind Gipsfiguren im Seminarräumen nach wie vor unüblich (Die Klassische Archäologie würde eine gegenläufige Tendenz sehr begrüssen).
Noch erstaunlicher ist, dass bis auf zwei Studenten von der Hörerschaft niemand im Bild erscheint, obwohl mit der schon vor Beginn des Seminars fest aufgebauten Kamera über lange Zeit alle Bewegungen innerhalb des Bildfeldes festgehalten worden sind. Auch diese beiden Studenten sitzen erzwungenermassen dort: einer auf Bitte des Lehrpersonals - er hatte sich zu offensichtlich im hintersten Zimmerwinkel Deckung gesucht, die andere ist die Referentin. Die Verteilung der Personen ist weit mehr als Zufall: (fast) jeder kennt das, der Lehrveranstaltungen abhält. Dies ist eigentlich unverständlich, denn vor vielleicht befürchteter Mitarbeit schützen auch die Zimmerwände nicht. Oder fürchtet man Ansteckung? Umgekehrt ist zu überlegen: wie mag sich wohl einer, der da vorne stehen muss, fühlen, wenn zwischen ihm und den Zuhörern ein Quarantäneabstand liegt? Und wie soll so ein zündender Gedanke entstehen? Und wie leicht springt er dann wohl über (- rund 5 Meter Distanz) ? Sokrates hätte dieses Gebaren höchst eigenartig gefunden.

Begleiten sie Sokratesauf seiner Suche.

"Kampagnen":
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Martin Boss
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aktualisiert am 17. März 2008 um 17:45 Uhr