Bildergalerie

DER VESUV,
Neapel und Pompeji


Kurze Zeittafel der Wiederentdeckung
von Pompeji und Herculaneum:

1711 n. Chr.:

Emanuel-Maurice de Lorraine, später Herzog d'Elbeuf, östereichischer Armeegeneral in Neapel unter Karl VI stößt beim Materialkauf zum Bau seines Kasinos auf dem "Marmoraro" auf antike Buntmarmore, die Giovanni Battista Nocerino, genannt Enzecchetta, Bauer in Resina, bei der Anlegung eines Tiefbrunnens gefunden hatte und nun auf dem Markt für Baumaterialien in Geld umzusetzen gedachte.
D'Elbeuf kauft das entsprechende Stück Land und lässt Stollen vortreiben, die zur Aufdeckung mehrerer Marmorstatuen führen, die 1711 Giornale de' Letterati d'Italia veröffentlicht werden.
Durch die aktive Phase des Vesuv zwischen den Jahren 1717 und 1737 wird diese Fundstelle allerdings wieder bedroht jede weitere Tätigkeit dort unmöglich.

1737 n. Chr.:

Cavaliere Rocco Gioacchino Alcubierre, gebürtiger Spanier aus Saragossa, Feldvermesser, Militäringenieur, Artillerie-Offizier und Befehlshaber der 'Genie-Truppe' Neapels unter Karl VII Bourbon, beginnt auf Befehl des Königs vom 22. Oktober 1738 neue Nachforschungen bei der Fundstelle D'elbeufs anzustellen. Am 11. Dezember dieses Jahres wird dann dort eine Inschrift gefunden, die den Ort als Theatrum Herculanense benennt. Damit war antike das Herculaneum offiziell wiederentdeckt.

Bis 1745 n. Chr.:

Kontinuierliche Grabungstätigkeit führt zur Anlage eines bergmännisch angelegten unterirdischen Stollensystems im Bereich des Theaters und der "Basilica"; Ziel der Nachforschungen ist vor allem das Auffinden von Statuen und anderen Kunstwerken.

1748 n. Chr.:

Alcubierre, zuständig auch für die Pulvermühlen der napolitanischen Armee bei Torre Annunziata, stößt bei der Inspection des zum Betrieb der Mühlen lebensnotendigen Sarnokanales auf Nachrichten von Kleinfunden in unmittelbarer Nähe des Kanales bei der Flurgemarkung "la Civita".
Tatsächlich war schon Domenico Fontana höchstpersönlich, der zwischen 1594 und 1600 n. Chr. die Anlage ebendieses Sarnokanales plante und durchführen ließ, auf antike Fundstücke gestoßen, ohne allerdings ihre Bedeutung zu erkennen. Auf Befehl des Königs vom 23. März 1748 beginnen dort am 1. April 1748 erste Nachforschungen, die ab dem 6. April zur Anlage von zwei Suchgräben führen; am 19. des selben Monats werden dann die Überreste des ersten Opfers des Vesuvausbruchs von 79. n. Chr. gefunden.
Im Laufe dieses jahres weden zudem erste Untersuchungen im Bereich des Amphitheaters von Pompeji aufgenommen.

1749 n. Chr.:

Alcubierre wird zum Generalleutnant befördert. Er ist nicht der einzige Militäroffizier des 18. und 19. Jahrhunderts, deren "friedliche Nebentätigkeiten" ihren eigentlichen Verdienst ausmachen, sei es als Forscher oder Baumeister.
Es bleibt zu fragen, weshalb sich diese an und für sich schöne und nützliche Tradition bei den Armeen dieser Welt weder eine weitere Verbreitung noch ihre Fortsetzung bis heute gefunden zu haben scheint.

1755 n. Chr.:

Gründung der Accademia Ercolanense, die mit der Erforschung der verschütteten römischen Städte im Golf von Neapel beauftragt wird.

1762 n. Chr.:

Vom 19. Oktober 1762 bis zum 25. April 1764 wird in Herculaneum die "Villa dei Papyri", auch "Pisonenvilla" genannt, ergraben. Die Existenz der Villa selbst war schon von Albucierre am 2. Mai 1750 entdeckt worden.

Ab 1806 bis 1815 n. Chr.:

Unter Joseph Bonaparte, dem Bruder Napoleons und General Murat werden die Grabungen im Innenstadtgebiet von Pompeji bis zum Forum vorangetrieben.

1831 n. Chr.:

Am 24. Oktober wird das sogenannte "Alexandermosaik" im Haus des Fauns, Regio VI. aufgedeckt.

1832 n. Chr.:

Der gesamte Forumsbereich liegt frei.

Ab 1860 n. Chr.:

Grabungen zunächst unter Michele Ruggiero, Giulio De Petra, Antonio Sogliano und vor allem durch Vittorio Spinazzola.

Ab 1873 n. Chr.:

Erstellung eines großen Stadtplanes durch den Geometer G. Tascone, erstmals mit einer Einteilung in Regiones, Insulae und Häusern und mit der entsprechenden, bis heute gebräuchlichen Numerierung.

1894 n. Chr.:

Auffindung des Vettierhauses, Regio VI.

1909 n. Chr.:

Freilegung der sogenannten "Mysterienvilla".

Ab 1911 n. Chr.:

Beginn der sogenannten "Nuovi Scavi", Ausgrabungen Südosten des Stadtgebietes besonders innerhalb der Regio I, die im Grunde bis heute andauern.

Ab 1924 n. Chr.:

Die Grabungen stehen unter Leitung von Amadeo Maiuri.

Ab 1961 n. Chr.:

Alfonso de Franciscis ist für den Fortgang der Grabungen zuständig.


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Martin Boss
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aktualisiert am 27. July 2010 um 20:13 Uhr