"Der Gewinn, welchen das unmittelbare Anschauen verspricht"


Die Geschichte der Antikensammlung
der Friedrich Alexander-Universität
Erlangen/Nürnberg



Martin Boss



Die Abguss-Sammlung

1855 beginnt die Erlanger Universität wohl besonders auf Betreiben des Privatdozenten der Philologie Dr. Carl Friederichs eine Sammlung von Abgüssen aufzubauen. In diesem Jahr standen dafür erstmalig Finanzmittel zur Verfügung. Durch den Verkauf einer älteren Sammlung, "deren Gegenstände, ohne eigentlichen Kunstwerth zu besitzen, doch geschichtlich und kulturhistorisch nicht ohne Bedeutung waren", an das damalige Wittelsbacher Museum in München konnte der Etat erheblich aufgestockt werden; vor allem wurden hierdurch im Schloss Räumlichkeiten frei, in denen die neue Sammlung untergebracht werden konnte. Am 9. Dezember 1857 - dem 140. Geburtstag von Johann Joachim Winckelmann wurde sie in einer Feierstunde der Universität ihrer Bestimmung übergeben; zugleich wurde damit die Tradition jährlicher Gedenkfeiern zu Ehren dieses 'Gründervaters' der Altertumswissenschaften auch in Erlangen ins Leben gerufen. Die Sammlung unterstand zunächst der Leitung durch den Lehrstuhlinhaber für Philosophie, Prof. Carl Heyder.

Bei Eröffnung unter dem Namen "Archäologisches Museum der Königlich Bayerischen Friedrich Alexander Universität" oder auch bedeutungsgleich "Kunstsammlung der Königlich Bayerischen Universität Erlangen" verzeichnete das Inventar 15 Nummern. Zwei Statuen bildeten in der Anfangsphase den Mittelpunkt der Sammlung, die Abgüsse des Apoll von Belvedere und des Betenden Knaben in Berlin, der auch Gegenstand des Festvortrages von Carl Friederichs war. Die monumentalen Nachbildungen der Idealköpfe der Juno Ludovisi und des Zeus von Otricoli sowie die Portraits antiker Dichter und Denker wie Platon, Aristoteles, Sophokles und Euripides sollten die Lehrinhalte der Klassischen Philologie illustrieren. In ähnlicher Weise wurden Gipsabgüsse auch im Schulunterricht eingesetzt; Ziel war "der Gewinn, welchen das unmittelbare Anschauen von solchen für Bildung und Veredelung der academischen Jugend verspricht". Als ein solches Lehrmittel ist auch das 1874 erworbene Modell der Akropolis von Athen zu verstehen, da Photographien, die den Bildungsansprüchen an den Hochschulen genügen konnten, nur in sehr begrenztem Umfang zur Verfügung standen.

Das neugeschaffene "Archäologische Museum" bildet zugleich die Keimzelle für das Lehrfach der Klassischen Archäologie; so bietet Carl Friederichs in den Wintersemestern 1855/56 und 1858/59 einzelne Lehrveranstaltungen zur Geschichte der griechischen Plastik und Malerei an. Wenig später hält Privatdozent Eugen Petersen in den Wintersemestern 1862/63 und 1864/65 philologische Vorlesungen zu den Themen "Kunstgeschichtliche Erklärung der wichtigsten griechischen Werke, namentlich der Plastischen", und "Erklärungen antiker Bildwerke: Kunstgeschichtliche Ordnung". Als erster ordentlicher Professor der Klassischen Archäologie wurde Adam Flasch berufen, der dieses Amt vom 16. 8. 1882 bis zu seinem Tode 1902, davon die ersten fünf Jahre als 'extra ordinariat' bekleidete. Ab 1887 besteht dann ein eigenständiges "Archäologisches Seminar". Vom 16.April 1902 an lehrte dort als Nachfolger Adam Flasch's Geheimrat Professor Heinrich Bulle.

Nach den Anfangsjahren war der Bestand der Gipsabguss-Sammlung zügig gewachsen; beim Umzug in die neuen Räumlichkeiten des Kollegienhauses Anfang Mai 1889 verzeichnete das Inventarbuch schon 123 Nummern. Trotz der damit möglichen großzügigen Aufstellung war ein besonderes Problem des Lehrbetriebes, die schweren und großvolumigen Statuen zur genauen Betrachtung und zu Vergleichen beliebig drehen und nebeneinanderstellen zu können. Diesen Anforderungen war die alte Art der Aufstellung mit festen Sockeln nicht gewachsen, so dass 1903 nach dem Vorbild von Dresden neue auf Rollen montierte fahrbare Sockel angefertigt wurden. Heinrich Bulle begann für seine Forschungen zu dem Lieferwerk "Der schöne Mensch" mit praktischen Versuchen an den Gipsabgüssen; drei dieser Experimente sind heute noch erhalten. So wurde beim Abguss der Statue des Doryphoros in Neapel das in der Marmorreplik statisch notwendige Stützwerk entfernt; die gesamte Figur wurde abschließend farblich gefasst, um dem mutmaßlichen Eindruck der ursprünglichen griechischen Bronzestatue des 5. Jahrhunderts v.Chr. möglichst nahe zu kommen. Ebenso wurde der Statue des Diadoumenos die Farbigkeit patinierter Bronze gegeben. Bei beiden Figuren wurden die Plinthen frisch zugeschnitten und in neuartigen Basen gesockelt, die ebenfalls die Höhe wie die Wirkung der antiken Aufstellung der Originale wiedergeben sollten. Ziel dieser Versuche war die reale Umsetzung der durch die Arbeitsmethode der 'Kopienkritik' gewonnenen Erkenntnis, dass aus dem Vergleich einer Reihe römischer Marmorrepliken auf das Aussehen der klassischen griechischen Vorbilder geschlossen werden kann. Aus demselben Grund wurde am Abguss der Statue der Eirene des Kephisodot in München der für Bulle wenig überzeugende Ploutosknabe abgenommen und durch die Abformung eines zweiten in Athen ersetzt; dabei wurde auch das Füllhorn in der Hand der Eirene ergänzt. Ein weiterer Versuch beschäftigte sich mit der Wiedergewinnung der antiken Farbwirkung archaischer Skulpturen, die ehemals bunt bemalt war. So wurde die Nachbildung des 'Dreileibigen', in Dänemark von einer Kunstmalerin für Erlangen farblich behandelt.

Am 24. Dezember 1908 folgte Professor Ludwig Curtius auf dem Lehrstuhl der Klassischen Archäologie. Zwei weitere bekannte Archäologen schließen diese Reihe bis zur Mitte unseres Jahrhunderts: von 1919 bis 1920 Ernst Buschor und ab 1920 bis 1953 Georg Lippold. Bis zum Ende des zweiten Weltkrieges hatte die Abguss-Sammlung bereits ihren heutigen Umfang weitgehend erreicht; von kriegsbedingten Verlusten blieb sie weitgehend verschont.
Zwei Briefe Lippold's beleuchten die Geschichte der Sammlung während und kurz nach dem Weltkrieg. Um Verwundete zu pflegen, war ein enormer Platzbedarf notwendig, dem auch das im Kollegienhaus untergebrachte Archäologische Seminar Rechnung zu tragen hatte. Deshalb wurde die Gipsabguss-Sammlung bis auf wenige Teile ausgelagert. Dabei waren Schäden nicht zu vermeiden. Umso ärgerlicher war für Lippold der in seinen Augen wenig zimperliche Umgang der Lazarettverwaltung mit den verbliebenen Originalen und die respektlose Einstellung der Rekonvaleszenten, denen verständlicherweise die Beschäftigung mit antiken Kunstwerken in diesen Zeiten wenig Kopfschmerzen bereitete.


"An das Rektorat der Universität 19. 2. 1945

Bei der Räumung der Kunstsammlung war, um die Arbeit zu beschleunigen und unnötigen Aufwand zu vermeiden, mit der Lazarettverwaltung vereinbart worden, dass die hoch oben an der Wand angebrachten Gipsabgüsse an Ort und Stelle verbleiben. Die Lazarettverwaltung hatte sich verpflichtet, Beschädigungen zu vermeiden, sie in ihrem Zustand zu belassen, insbesondere beim Neuweißen der Räume unberührt zu lassen. Entgegen dieser Abmachung sind die Gipsabgüsse im früheren Seminarraum, die Platten des Parthenonfrieses und des assyrischen Reliefs, jetzt übertüncht worden und damit zerstört, da sich die Tünche nicht mehr entfernen lässt. Gegen diese Barbarei muss energisch protestiert werden und ich bitte die Lazarettverwaltung nachdrücklich auf diesen Bruch unserer Abmachungen hinzuweisen. Selbstverständlich hat die Universität Anspruch auf Schadensersatz. Nur wird das praktisch wenig Wert haben, da in absehbarer Zeit die Gipse, die für den akademischen Unterricht, für die Anschauung der Studierenden von antiker Kunst besonders wichtig sind, nicht zu ersetzen sind. Außerdem habe ich festgestellt, dass der Abguss der Juno Ludovisi im großen Saal von den Verwundeten als Zielscheibe für Wurfgeschosse benutzt wird, obwohl bei Belassung der Originalreliefs und einiger Abgüsse im Saal von Seiten der Lazarettverwaltung versichert worden war, dass die Gegenstände nicht beschädigt würden und immer eine Aufsicht vorhanden sei."


Jeder vermeidbare Verlust wie die Beschädigung des zu dieser Zeit schon beinahe 100 Jahre alten Abgusses der Venus von Milo wurde deshalb besonders schmerzlich empfunden.


"An den Universitäts-Ausschuss 11.7. 1945

In der Kunstsammlung (Orangerie, Wassersaal) wurde im Rahmen der "Spitfire University" ein Kurs im Zeichnen abgehalten. Dabei wurde, wie ich festgestellt habe, der Kopf des Abgusses der Aphrodite von Melos zertrümmert. Ich bitte, den Antrag auf Ersetzen des Schadens geltend zu machen. Ob weitere Schäden entstanden sind, konnte ich noch nicht feststellen."


1957 bezog die Kunstsammlung neue Räume im Souterrain des Seminargebäudes der Philosophischen Fakultät I in der Kochstraße, in denen sie sich bis heute befindet.


Die Originalsammlung

1887 wird vom Wittelsbacher-Museum in München eine "lange Kiste" mit offenbar nicht gesichteten Scherben aus dem Nachlass Ludwig I nach Erlangen abgetreten. Die Überlassung wird durch einen Vertrag mit dem Staatsministerium in München geregelt. Bezahlt werden muss durch die Universität Erlangen nur der Bahntransport. Die Kiste wird in Erlangen zunächst nicht weiter bearbeitet; vielleicht eignen sich die größtenteils frühen Keramikfragmente wenig für den Lehrbetrieb Adam Flaschs. Ein größerer Fundkomplex stammt von Gefäßen aus Troja aus den Grabungen Heinrich Schliemanns.

Ungeachtet dessen steht im Inventarbuch der Sammlung eine stolze Eintragung durch Heinrich Bulle für die Jahre 1903/04 - die folgenden Nummern bildeten den ersten durch ihn persönlich in Griechenland erworbenen Komplex antiker Originale - , obwohl ihm zu dieser Zeit die Existenz der Kiste wie der Schliemannfunde bekannt gewesen sein sollte. Heinrich Bulle selbst muss während der ersten beiden Jahre seiner Professur den Inhalt der Kiste gesichtet haben, da er einige der Vasen veröffentlicht hat. Weshalb die Scherben damals nicht inventarisiert worden sind, ist unklar; vielleicht sollte der gesamte Komplex zuerst umfassender bearbeitet werden. Die Inventarisation erfolgt erst 1947 durch Wilhelm Grünhagen zusammen mit einigen weiteren Objekten, die eindeutig nicht zu diesem Komplex gehören. Ein Paar übergroßer korinthischer Alabastra, die aus den Scherben der Kiste wieder zusammengesetzt werden konnten, bilden heute einen der Höhepunkte der Sammlung.

Mit Heinrich Bulle verlagert sich die Sammlungstätigkeit insgesamt, da er ab 1903 maßgeblich an der Ausgrabung der frühgriechischen Siedlung von Orchomenos mitarbeite. In den folgenden Jahren wird so der Sammlungsbestand jeweils nach seinen Griechenlandreisen um einen kleinen Komplex antiker Fundstücke bereichert, unter denen besonders die mykenische Keramik hervorsticht. 1905 gelangt auf diesem Wege auch eine schwarzfigurige Schale nach Erlangen; der Handwerker, der im 6. Jahrhundert v. Chr. in Athen diese Vase mit Figuren bemalt hat, wird heute in der Archäologie als 'Erlanger Maler' bezeichnet.

Dem Nachfolger auf dem Lehrstuhl, Ludwig Curtius, gelingt die vielleicht bedeutendste Erwerbung der Sammlung, die bis heute in der Forschung mit seinem Namen und mit dem Namen der Universität Erlangen verbunden ist. Durch die Vermittlung des Archäologen und Kunsthändlers Paul Arndt wird 1911 ein aus Ostanatolien stammender bronzener Geräteständer angekauft, dessen Mittelteil als vollplastische kleine Frauenfigur gebildet ist. Dieses einzigartige Stück ist ein bedeutendes Zeugnis orientalischer Bronzeplastik des 7. Jahrhunderts v. Chr. Georg Lippold bereichert die Sammlung um den sogenannten 'Erlanger Becher', ein kleines prächtig geschnitztes Elfenbeingefäß aus Etrurien; es ist ebenfalls während des 7. Jahrhunderts entstanden und veranschaulicht so den westlichen Reflex einer Epoche im gesamten Mittelmeerraum, die die 'orientalisierende' Zeit genannt wird. Bestehende Lücken, die durch eigene Erwerbungstätigkeit nicht ausgeglichen werden konnten, wurden durch ein Deputat von Dauerleihgaben der Staatlichen Antikensammlung in München gefüllt, das auf Betreiben von Heinrich Bulle der Erlanger Sammlung 1908 überlassen wurde.

So entsteht bis zur Mitte unseres Jahrhunderts eine umfangreiche Originalsammlung, die als Lehrmittel zum einen die Entwicklung der griechischen Keramik vom 2. Jahrtausend v. Chr. im wahrsten Sinne begreifbar machen sollte und mit der zum anderen alle Kultureinflüsse im Mittelmeerraum veranschaulicht werden konnten.

Besonders die erstaunliche Sammlung 'Staehlin' zeigt, wie die Bestände gezielt erweitert worden sind, um möglichst umfassendes Anschauungsmaterial den Studenten der Archäologie an die Hand zu geben. Der aus einer Erlanger Familie stammende Oberstudiendirektor Dr. Friedrich Staehlin hatte im Laufe seines Lebens zahlreiche Griechenlandreisen unternommen und von den einzelnen Reisezielen jeweils eine Auswahl mehr oder weniger zufällig aufgelesener Fundstücke mitgebracht. So ist im Laufe der Jahre eine einzigartige Lehrsammlung entstanden, die - nach Fundplätzen geordnet - einen fast vollständigen Überblick der unterschiedlichen Gattungen griechischer Keramik bietet. Diese Sammlung gelangte 1937 als Nachlass in den Besitz der Universität.

Nach den Kriegswirren musste der gesamte Bestand neu gesichtet und geordnet werden; die Inventarlisten wurden durch den ersten hauptamtlichen 'Kustos der Sammlung' Dr. Wilhelm Grünhagen nachgeführt. Die Originalsammlung war jetzt soweit angewachsen, dass die Grenzen zwischen einer reinen Lehrsammlung als Unterrichtsmittel und einem Museum von breiterem öffentlichem Interesse überschritten worden war; ein erster Katalog mit dem Titel "Antike Originalarbeiten der Kunstsammlung des Instituts" wurde 1948 von Wilhelm Grünhagen verfasst.

Zusammen mit der Gipssammlung zog die Originalsammlung von ihrem alten Aufstellungsort im Kollegienhaus in das neue Seminargebäude in der Kochstraße.


Das Archiv

Mit dem Tode des Münchner Privatgelehrten und Professors Paul Arndt 1937 trat ein Vertrag in Kraft, mit dem das archäologische Seminar dessen gesamten "Arbeitsapparat" als Nachlass erworben hatte. Arndt, der vor allem durch die Herausgabe der 'Einzelaufnahmen' - eine der umfangreichsten photographischen Dokumentationen antiker Plastik - zusammen mit seinem gleichaltrigen Freund Walther Amelung einer der bekanntesten Archäologen seiner Zeit war, hatte im Laufe seines Lebens eine bedeutende wissenschaftliche Privatbibliothek mit zugehörigem Photo-Archiv sowie einer Abguss-Sammlung aufgebaut. Aufgrund seiner langjährigen Mitarbeit als Assistent Arndt's ab 1908 hatte Georg Lippold genaue Kenntnis vom unschätzbaren Wert dieses Arbeitsapparates und scheint deshalb den Ankauf des Nachlasses mit allem Nachdruck betrieben zu haben. Es ist ein besonderes Verdienst Lippold's, die wissenschaftliche Hinterlassenschaft dieses Gelehrten jüdischer Herkunft so bewahrt zu haben.

In diesem Nachlass finden sich neben der gesamten Bibliothek und dem Archiv von rund 28000 Photographien auch die gesammelten Briefwechsel sowie Reisetagebücher,in denen er seine Reisen nach Italien, Griechenland und in das Innere der Türkei beschreibt.

Eine persönliche Leidenschaft Arndt's war das Sammeln von Abdrücken antiker Gemmen, die er mit Gips, Schwefel oder aber einfach Siegellack selbst abgenommen hat, oder die von Sammlern und Antikenhändlern zur Begutachtung zugesandt wurden. So wuchs mit der Zeit ein gewaltiger Fundus von insgesamt 39000 Abdrücken, der zusammen mit den Daktyliotheken des Institutes heute einen einzigartigen Zugriff zu Stücken heute längst versprengter Privatsammlungen bietet. Desweiteren konnten die wissenschaftlichen Nachlässe der Lehrstuhlinhaber des Institutes Adam Flasch und Wolfgang Züchner, dem Nachfolger Lippold's, in das Archiv aufgenommen werden.


Das neue Museum in der Kochstraße

Ein besonderes Anliegen von Professor Wolfgang Züchner war, den Platzmangel der Sammlung mit dem Umzug in die Räumlichkeiten in der Kochstraße zu beheben. Im Souterrain des Seminargebäudes wurden deshalb Archivräume, Werkstatt und Photostudio eingerichtet; vor allem wurde eine ausreichend weite und hohe Halle für die großformatigen Gipsabgüsse geschaffen. Ein weiterer Saal diente als großes Magazin. 1957 konnten diese Räume bezogen werden. Der Nachfolger Züchner's auf dem Lehrstuhl, Klaus Parlasca, verstand es, mit Hilfe von Stiftungen und Spenden den Bestand vor allem im Bereich der hellenistischen und römischen Kunst zu erweitern. Schon längst war die im vergangenen Jahrhundert für den akademischen Lehrbetrieb begonnene Erlanger Kunstsammlung somit über ihre ursprüngliche Bestimmung hinausgewachsen und es schien daher wünschenswert, zunächst die Originalsammlung, danach auch die Gipsabguss-Sammlung in geeigneter Form einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Seit 1991 ist durch eine Stiftung des Ernst von Siemens - Kunstfonds die grundlegende Neuaufstellung und Neugestaltung der Originalsammlung ermöglicht worden. Die Universität Erlangen/Nürnberg trug ihrerseits dafür Sorge, dass durch entsprechende Umbauten geeignete Räumlichkeiten zur Verfügung standen.
Nach dreijährigen Umbauarbeiten ist am 9. Dezember 1994, genau 137 Jahre nach der ersten Eröffnung, die Originalsammlung der Öffentlichkeit zugänglich gemacht worden; nach Abschluss der umfangreichen Restaurierungsarbeiten folgte im Wintersemester 1996/1997 auch die Gipsabguss-Sammlung. Darüberhinaus werden in der Original-Sammlung ausgewählte Sachgebiete der antiken Kunst- und Kulturgeschichte in Form von Wechselausstellungen aus den Magazinbeständen vorgestellt.

Die Photosammlung soll hier im Internet zugänglich gemacht werden. In den nächsten Jahren soll der Bestand an Photographien aus der Photosammlung Paul Arndt wie aus den institutseigenen Beständen von hier aus abrufbar werden. Danach sollen die Gemmenabguss-Sammlung wie das Schriftarchiv folgen.




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Martin Boss
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aktualisiert am 27. July 2010 um 20:16 Uhr