"Verkauf der älteren Sammlung"



Schon im Jahre 1855 wurde eine Summe zur ersten Einrichtung einer Kunstsammlung ausgesetzt. Sie wurde auf die Erwerbung von Gipsabgüssen, des belvederischen Apollo, der Iuno Ludovisi, des Zeus Otricoli, des Adoranten und mehrerer anderer Werke verwandt, welche bis jetzt unsere kleine Sammlung bilden. - Für's Erste mangelte es aber noch an einem geigneten Locale, eine definitive Ausstellung der Abgüsse war deshalb noch nicht möglich. Da war es nun ein doppelt glückliches Ereignis des eben ablaufenden Jahres, dass der Verkauf einer früheren sogenannten Kunstsammlung der Universität nicht nur die gewünschte Räumlichkeit darbot, sondern auch dem entstehenden Institut pekuniäre Hülfsquelle eröffnete. Jene frühere Sammlung, deren Gegenstände, ohne eigentlichen Kunstwerth zu besitzen, doch geschichtlich und kulturhistorisch nicht ohne Bedeutung waren, wurde an das Wittelsbacher Museum in München verkauft und der Erlös der neuen Kunstsammlung zugewiesen.

Sonderdruck der Universität zur Eröffung des "archäologischen Museums", 1857, IV.