- Die Gipsabguss-Galerie -

"Ich fühle mich edler und besser"

Virtuelles Museum



(I 1, I 5, I 125)

Während des 19. Jahrhunderts schossen an vielen Orten Europas Gipsabguss-Sammlungen wie Pilze aus dem Boden, die alle mehr oder weniger dieselben antiken Bildwerke in Nachbildung besaßen. "Opera Nobilia" - zu deutsch "edle Werke" - in einem Reigen zusammenzufassen, ist eigentlich eine Tradition, die schon auf die Verfasser antiker Lexika zurückgeht. In der Naturalis Historia von Plinius dem Jüngeren hat sich eine dieser Zusammenstellungen bis heute erhalten. Immer wieder wird dieser Gedanke eines "Kanons", dessen einzelne Werke man als gebildeter und zivilisierter Mensch zu kennen hatte, aufgegriffen.


(I 144, I 19, I 894)

Während der deutschen Klassik und in deren Nachfolge ging man soweit zu glauben, dass die Statuen der längst vergangenen antiken Klassik ein über alle Zeiten hinaus gültiges Bild eines Menschen zeigten, dessen ideales Äußeres wiederum nur der Spiegel eines ebenso idealen inneren Wesens sei. Diese absoluten Werte könnten nun sozusagen auf einen Betrachter abfärben und so auch ihn "verbessern". Selbst Friedrich Schiller, sonst zu wissenschaftlich- kritischer Distanz durchaus fähig, beschrieb nahezu schwärmerisch den Eindruck, den der Besuch der Gipsabguss-Sammlung im badischen Mannheim bei ihm hinterlassen hatte: "Mein ganzes Herz ist davon erweitert. Ich fühle mich edler und besser." Inzwischen hat sich natürlich die Einschätzung von der Wirkung antiker Plastik auf den zeitgenössischen Betrachter ein klein wenig geändert. (hierzu vielleicht ein paar Sätze zur Geschichte der Antikensammlung; weiterhin lohnt sich auch ein kurzer Blick in die neu aufgestellte Gipsabguss-Sammlung des Lindenau-Museums).


(I 2)

Als Illustration für Bücher zur griechischen Mythologie waren der Zeus von Otricoli wie die Hera Ludovisi nahezu unerlässlich. Abbildungen aus H. Goell's "Illustrirte Mythologie" aus dem Jahre 1879, herausgegeben als Prämienwerk "für Gymnasien, Seminare und Realschulen"


(I 5)

"Meine erste Liebschaft in Rom"
Johann Wolfgang von Goethe, Brief an Charlotte von Stein, Rom 6. Januar 1787


(I 18)

"Meine erste Liebschaft in Rom"

"Hadesgorgo"
ebenfalls Goethe


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Martin Boss
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aktualisiert am 2. April 2008 um 19.00 Uhr