
Der heutige Begriff ist der lateinischen Sprache entlehnt; Persona bezeichnete ursprünglich die Wachsmaske, die vom Gesicht eines Verstorbenen genommen wurde.
Antike griechische Portraits sind fast ausnahmslos erst nach dem Tod der Dargestellten angefertigt worden. Sie umschreiben einen Menschen: Bärte zeigen das Lebensalter an; bei Philosophen kann man gar die Denkrichtung am Bartschnitt erkennen.
Lang herabfallendes offenes Haar mit wunderschönen Locken dagegen blieb Göttern und Helden des Mythos vorbehalten.
In Rom dagegen sind Portraits ein Mittel der Politik.
Sogar hinter einzelnen Gesichtszügen sind Anspielungen versteckt. So sehen sich alle Mitglieder des julisch claudischen Kaiserhauses - auch die weiblichen - einander ähnlich, sogar wenn sie gar nicht wirklich blutsverwandt sind. Sie alle berufen sich damit auf den Begründer ihrer Herrschaft, auf Augustus.
Solche verdeckten politischen Aussagen sind aber nur sinnvoll, wenn zumindest ein Teil der Dargestellten noch lebt und herrscht oder zur Herrschaft drängt.