- Die Gipsabguss-Galerie -

"Archaik - Modern Times"

Virtuelles Museum



(I 722)

Die erste große Stilepoche der griechischen Skulptur heißt heute die "archaische Zeit" oder auch kurz "Archaik", abgeleitet vom griechischen Wort für "alt". Schon in der Antike wurden bestimmte Bildwerke damit als "altehrwürdig" oder auch abwertend als "altertümlich" bezeichnet. Im Verlauf des 19. Jahrhunderts wird "archaischer Stil" in den Altertumswissenschaften zum festen Begriff, zuerst durchaus mit dem Beigeschmack "primitiver Kunst".


(I 684, I 213)

Tatsächlich war das Griechenland des 6. Jahrhunderts v. Chr. für die Griechen keine besonders beschauliche Zeit. Die ersten modernen Großstädte mit komplexer Infrastruktur entstehen: mit ausgefeiltem Straßensystem, aber auch mit einer einheitlichen Gesetzgebung - wenn auch mit sprichwörtlich "drakonischen Strafen".Waren werden ab jetzt mit Geld bezahlt.
In der Baukunst entstehen die ersten wirklich großen Gebäude, Tempel meist dorischer Ordnung mit prächtigem figürlichem Schmuck.


(I 85)

Ein damals lebender Grieche hätte die Frage, ob er in der "archaischen Zeit" leben würde, wohl lachend verneint. Zum Beweis, in welch "moderne Zeiten" und welch überlegene Zivilisation er hinein geboren sei, hätte er wahrscheinlich auch auf die neuen, fast unheimlich lebendigen Statuen und Bildwerke verwiesen, denen eigentlich nur noch die Sprache fehle.


(I 121, I 685 , I 686)

Ein hervorstechendes Merkmal der Gesichter der archaischen Zeit: ihre scheinbare Neugier und ihr freundliches "archaisches" Lächeln.
Die einzelnen Haarsträhnen und das Innere der Augen waren aufgemalt. Die Statue wirkte dadurch ursprünglich wesentlich feinteiliger und vor allem bunter.

Hatte nicht sogar Herakles ein Standbild, das ihn selbst darstellte, des Nachts für einen angreifenden Gegner gehalten und zertrümmert?
Die meisten archaischen Statuen kennzeichneten entweder Gräber oder waren Weihgeschenke, die fällig wurden, wenn ein Versprechen gegenüber einer Gottheit eingelöst werden musste. Das war nicht gerade billig; schon allein die Größe der "Kouroi" - jungen Männer - und "Korai" - Mädchen - gab Auskunft über die Finanzkraft des Stifters.


(I 148)



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Martin Boss
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aktualisiert am 2. April 2008 um 19.00 Uhr