- Die Gipsabguss-Galerie -

Das Wohlmaß

Virtuelles Museum



(I 151 und I 709)

Chaos, also hässliche Unordnung, einerseits sowie Harmonia, also schöne Ordnung, anderseits bilden in der Antike ein Gegensatzpaar. Harmonia ließe sich, wie beim Griff in die Saiten einer Leier, durch ein rationales Zahlenverhältnis ausdrücken, Ordnung und damit auch Schönheit seien durch Teilungen und Vielfachen ganzer Zahlen mathematisch zu errechnen: es entstünde "Kanon", das Wohlmaß an sich. Leider hat sich das Äußere tatsächlich lebender Menschen schon immer recht wenig an ein allgemeingültiges Ordnungsystem gehalten. Wenn von den Figuren Polyklets noch in römischer Zeit behauptet wird:
"sie scheinen aber viereckig zu sein",
so ist damit ausgedrückt, dass seine Statuen weit über die zufällige Erscheinung eines Einzelnen hinaus weisen. Die angeblich beste Statue des Polyklet, mit der er die Natur selbst übertroffen habe, besaß in der Antike folgerichtig auch den Spitznamen "Kanon".


(I 151und I 190, im Hintergrund I 706 und I 137)

Nicht einmal 100 Jahre danach allerdings sollte Lysipp von seinen Statuen erklären, Polyklet habe den Menschen gebildet, wie er an und für sich sei, er mache den Menschen, wie er erscheine.

(I 704)

Etwa gleichzeitig beweist Epikur, die Dinge der gesamten wahrnehmbaren Welt, und damit auch der Mensch, seien nichts als "ephemere Phantasma" - also bloß zeitweilige Trugbilder?


(I 655)


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Martin Boss
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aktualisiert am 3. April 2008 um 16.30 Uhr