- Die Gipsabguss-Galerie -

Ein Wettbewerb der besten Bildhauer

Virtuelles Museum



(I 128, I 127 und im Hintergrund I 133)

Plinius berichtet, gegen Ende des 5. Jahrhunderts v. Chr. hätte die Priesterschaft der Artemis in Ephesos die bekanntesten Bildhauer ihrer Zeit aufgefordert, die Statue einer verwundeten Amazone anzufertigen, denn die hatten der Sage nach den Kult gegründet, als sie geschlagen aus Troja abzogen. Die Herausforderung des Wettbewerbes lag wohl schon im Thema, den es gab zuvor keine verbindliche Vorstellung, wie denn eine verwundete Amazone auszusehen habe, noch dazu bei Gründung eines Heiligtums.
Die Künstler hatten selbst zu bestimmen, welches die gelungenste Fassung sei. Da die besten Bildhauer - und damit auch die einzigen wirklich sachkundigen Fachleute - mit einem eigenen Werk teilnahmen, und da man wirklichen Meistern ihres Faches schon zubilligen musste, die ihrem Urteil nach beste Lösung auch bewerkstelligt zu haben, konnte logischerweise nur der mit den meisten zweiten Stimmen Sieger sein - nach demselben Verfahren war auch Themistokles zum Feldherr gewählt worden.
Die Wahl sei auf die Amazone des Polyklet gefallen, zweiter sei Phidias geworden, dritter ein gewisser Kresilas.
Drei Amazonen sind bis heute überliefert. Seit fast 100 Jahren werden alle arithmetisch möglichen Zuordnungen lebhaft diskutiert - bislang mit stets gleichbleibend unbefriedigendem Ergebnis.


(I 133, im Hintergrund I 998)


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Martin Boss
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aktualisiert am 3. April 2008 um 16.45 Uhr