Die Verfeinerung der schwarzfigurigen Technik

6. Jahrhundert v. Chr


Der Tongrund attischer Vasen hat nach dem Brand eine orange-rote Tönung, anders als das blasse gelb der korinthischen Konkurrenz. Grund hierfür ist der hohe Eisengehalt des attischen Töpfertones. Eisen ist aber erstaunlicherweise auch für das satte Schwarz des Glanztones verantwortlich, das zusammen mit der Grundfarbe des Gefäßes im selben Brennvorgang entsteht.
Ein entsprechender Brand verläuft in drei Stufen. Zunächst bleibt der Abzug des Ofens offen: der Sauerstoff der Luft, die durch den Ofen angesogen wird, lässt das im Ton enthaltene Eisen "rosten" und die gesamte Vase wird rot.
In der zweiten Brennphase schließt der Töpfer den Ofenabzug und in der sauerstoffarmen Atmosphäre im Ofeninneren entstehen jetzt dunkle Eisensalze: die gesamte Vase färbt sich schwarz. Währenddessen erreicht der Ofen seine höchste Temperatur; bei etwa 900 Grad Celsius beginnt auf der jetzt glühenden Vase der mineralreiche Glanzton zu schmelzen und kapselt sich gegen jeden weiteren chemischen Prozess ab.
Öffnet der Töpfer dann im dritten Arbeitschritt nochmals den Abzug, so "rosten" die nicht vom Glanzton bedeckten Teile der Vasenoberfläche erneut und der gesuchte Farbkontrast entsteht.
Allerdings sind fehlerhafte Färbungen auf attischen Vasen keine Seltenheit, da schon der kleinste Bedienungsfehler und geringste Abweichungen in der Brenntemperatur verhängnisvolle Auswirkungen haben.Dessen ungeachtet scheinen selbst Gefäße mit größeren Brennschäden als Exportware verhandelt worden zu sein und fanden so, vielleicht als Ware der Qualitätsstufe B, ihren Weg in etruskische Grabkammern.

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Martin Boss
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aktualisiert am 4. April 2008 um 15:30 Uhr