Rot in Schwarz statt Schwarz auf Rot

Vom 6. zum 5. Jahrhundert v. Chr.


Um 530 v. Chr. verfieleneinige Handwerker in den Töpfereien Athens auf den Gedanken, die Figuren eines Vasenbildes als tongrundigen Bereich aus der vollständig mit Glanzton bedeckten Gefäßoberfläche auszusparen anstatt sie, wie vorher üblich, als Silhouette aus Glanzton vor hellem Hintergrund anzulegen. Waren die Vasenbilder nach dem Brand bislang "schwarzfigurig", so sind sie von diesem Zeitpunkt an "rotfigurig".
Der Vasenmaler zeichnete zunächst seine Figuren mit einem feinen Holzstift vor, dessen Linie mit dem Brand nahezu unsichtbar wurde. Danach wurden die feinen schwarzen Linien der Figuren selbst mit einer dünnen, einzelnen Borste ausgezogen. Erst zum Schluss wurde die übrige Oberfläche des Gefäßes abgedeckt.
Beim Brand der Amphora des Phialemalers in der Antikensammlung Erlangen ist offenbar im Ofen ein weiter oben gestapeltes Gefäß geplatzt; einer der herabgerutschten Scherben hat in der weichen glühenden Oberfläche der Amphora eine Delle nebst einer Scharte hinterlassen. Die Beschädigung ist innerhalb der Fläche der sitzenden jungen Frau sichtbar; zudem ist dort die Bemalung dieser Scherbe als grauer Schatten zu erahnen.

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Martin Boss
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aktualisiert am 4. April 2008 um 15:30 Uhr